“Wir wollen vom Marktschreier-Image weg” sagt der Marketing-Chef von Mc Donald über das neue grüne Logo.
McDonald’s bricht in Europa und insbesondere in der Schweiz radikal mit dem Logo. Seit Monaten ist das Unternehmen daran, das Erscheinungsbild von rot auf grün zu ändern. Der goldene Bogen prangt bereits bei mehr als zehn Restaurants neu vor dunkelgrünem Hintergrund. Warum tut das ein so starker Brand wie McDonald‘s? Will sich die Marke grün waschen? “persoenlich.com” sprach mit Marketing-Chef Thomas Truttmann über die ungewöhnliche Farbstrategie. Der Bericht:
Im November 2009 gab McDonald’s eine sonderbare Neuigkeit bekannt. Das Management verkündete, dass das bekannte gelbe M, eines der stärksten Markenzeichen überhaupt, nicht mehr vor rotem Hintergrund erscheint, sondern durch einen dunkelgrünen ersetzen werde. Die Farbkombination solle die Qualitätsstrategie des Unternehmens unterstreichen, hiess es offiziell.
Sechs Monate nach der überraschenden Ankündigung sind in der Schweiz bereits mehr als zehn Restaurants umgerüstet. Die neuen Restaurants haben wenig gemein mit den früheren Filialen. Wie Thomas Truttmann im Gespräch mit “persoenlich.com” sagt, sei der Logo- respektive der Farbwechsel die “logische Konsequenz der seit Längerem verfolgten Strategie von McDonald’s.”
Der Marketing-Chef Schweiz dementiert, dass das neue Logo in erster Linie ein Bekenntnis zu mehr Ökologie sei, wie dies fälschlicherweise von der Presse interpretiert wurde. McDonald‘s wolle mit dem neuen Anstrich lediglich weniger aggressiv in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. “Rot-Gelb wirkt auf die Konsumenten oft schrill und billig”, sagt Truttmann. McDonald’s wolle weg von diesem Marktschreier-Image und sich in das Stadtbild besser integrieren. Versuchte die Fastfood-Kette vor 20 Jahren mit allen Mitteln aufzufallen, geniesse die Marke mit ihren Restaurantstandorten heute eine bereits genug hohe Awareness, so Truttmann
In den Augen vieler Markenexperten macht der Logo-Wechsel keinen Sinn, weil das neue Farbkonzept als sogenanntes “Greenwashing” ausgelegt werden könne. Zudem habe sich sich die Rot-Gelb-Kombination in die Köpfe der Kunden verankert.
Den Vorwurf von “Greenwashing” lässt Truttmann nicht gelten. “Wir setzen uns nicht erst seit heute für die Umwelt ein. Jeder kann überprüfen, dass wir bereits seit vielen Jahren den CO2-Ausstoss kontinuierlich senken und den Energieverbrauch verringern.” Mit der neuen Farbe wolle man keine ökologischen Vorteile vorgaukeln, sondern sich in erster Linie weniger aggressiv positionieren. Truttmann unterstreicht, dass nur in Europa die visuelle Kommunikation ändere. In den USA und in Asien bleibe alles beim Alten.
Der Grund: In Europa verfolgt McDonald‘s seit sechs Jahren einen bewusst weniger starken ausgerichteten US-Kurs. Als 2001 der Aktienkurs und Konzerngewinn massiv einbrachen, merkte man bei McDonald’s, dass der US-Standard nicht überall durchgesetzt werden kann. Konnte McDonald‘s vor 20 Jahren noch täglich neue Restaurants eröffnen, machte sich plötzlich eine gewisse “Amifeindlichkeit” spürbar, was die Unruhen in Frankreich demonstrierten. “Die starke Marke aus Amerika kam nicht gut an”, blickt Truttmann zurück.
Deshalb werde McDonald’s heute noch stärker dezentral geführt. Die Ländergesellschaften seien autonom und können auf lokale Gegebenheiten eingehen. Truttmann verweist auf die Tatsache, dass McDonald‘s heute ein schweizerisches Unternehmen sei. “80 Prozent der Produkte kommen aus der heimischen Landwirtschaft.” Ebenfalls sei das Angebot vielfältiger und kulturell angepasst. Diese Fakten müssen kommuniziert werden. Das Logo soll die lokale Verwurzelung ausdrücken und die Qualitätsstrategie des Unternehmens unterstreichen.
Nebst dem Logo ändert auch das Design der Restaurants. Beim Umbau der Restaurants kommt ein neues Erscheinungsbild zum Zug. Im Innern der Restaurants werde das Rot durch diskretere Farbtöne ersetzt. Grün, Holz und Leder ersetzen die frühere Plastikwelt. Wie Truttmann sagt, würden in der Schweiz 14 verschiedene Designkonzepte zum Einsatz kommen und bereits zwei Drittel der Restaurants seien innen neu gestaltet. Je nach Standort und Publikum werde die Innenausstattung angepasst. Bei der Kundschaft gab es bis heute mehrheitlich positives Feedback.
Und wann kommt die neue Farbe in der Werbung zum Einsatz? “Sobald wir 50 Prozent der Restaurant innen sowie auch aussen neu gestaltet haben, wollen wir auch in der Werbung den Farbwechsel zum Zug kommen lassen”, meint Truttmann. Ein Jahr werde es aber noch dauern. “Wir spüren keine Hektik.”
Quelle; http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=89695&klick=top
Ob diese sich durch die Farbänderung einen Gefallen tun, wage ich zu bezweifeln. Eine Marke, die so gut läuft, sollte man meiner Meinung nach nicht verändern. Aber warten wir einmal ab, wie sich das Ganze entwickelt.